Redebeitrag zum Rathaus

Symbol für den Aufbruch in eine neue Zeit,

Vorbildfunktion der öffentlichen Hand,

Stadtentwicklung,

unsere Gründe für eine Sanierung und gegen den geplanten Neubau.

 

Redebreitrag des Fraktionsvorsitzenden der FDP Elmshorn, Jens Petersen:

 

"Herr Bürgervorsteher, meine Damen und Herren,


nach dem am 20.09.2012 im Sonderausschuss Rathaus präsentierten Abschlussbericht der Arbeitsgemeinschaft Robert C. Spies und Drees & Sommer unterscheiden sich die Kosten für die Varianten Sanierung und Neubau nur geringfügig.
Die FDP-Fraktion hat sich für die Sanierung des Rathauses aus folgenden Gründen entschieden:

Das in den 1960er Jahren errichtete Rathaus symbolisiert den Aufbruch in eine neue Zeit. Nach der Aufbauarbeit in den Nachkriegsjahren sollten z. B. die Fensterflächen der Außenfassade den Einwohnern der Stadt Elmshorn vermitteln, dass eine dem Bürger zugewandte moderne Verwaltung für die Einwohner der Stadt Elmshorn tätig ist. Der Kollegiumssaal mit der runden Sitzanordnung ist besonders schützenswert, da die Mitglieder des Kollegiums jederzeit Blickkontakt haben und somit jeder Abgeordnete selbst feststellen kann, wie die Abgeordneten auf eine Rede reagieren, z.B. mit Zustimmung, Ablehnung oder Gleichgültigkeit.


Ein weiteres Argument für eine denkmalgerechte Sanierung ist die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand. Die öffentliche Hand verlangt von Privatpersonen, dass der Denkmalschutz beachtet wird. Einschränkend möchte ich darauf hinweisen, dass Denkmalschutz nicht zum Selbstzweck werden darf. Die Vorgaben des Denkmalschutzes dürfen nicht realitätsfremd sein.


Aus städtebaulichen Gründen sollte der bisherige Standort nicht aufgegeben werden. Ein saniertes Rathaus mit einer attraktiven Veranstaltungsfläche am Propstenfeld-Park sowie einem Erweiterungsbau am Standort „ehemaliges EN-Gebäude“ würden das Quartier erheblich aufwerten und die Königstraße nicht schwächen. Die FDP-Fraktion befürchtet bei einem Neubau im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen, dass durch einen längeren Leerstand des Rathauses das Quartier abgewertet wird. Im Umfeld des Rathauses sind weitere Leerstände zu erwarten, z. B. wenn C & A nach dem Umzug in das Hertie-Gebäude und Beendigung des Mietverhältnisses den Altstandort aufgibt. Die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen sinkt, da sich das Käuferverhalten (Einkauf im Internet) verändert, ein Überangebot bei Einzelhandelsflächen besteht und Subzentren am Stadtrand den Einzelhandel in der Innenstadt schwächen.

Die Entscheidung für einen Neubau des Rathauses hat Auswirkungen auf die bisher städtisch genutzten Gebäude „Weiße Villa“ und Kutscherhaus. Jeder, der sich in Elmshorn getraut hat, kennt die schönen repräsentativen Räume der weißen Villa. Die Gebäude werden außerdem genutzt durch das Kulturamt sowie städtische Mitarbeiter, die für die Aufgabenbereiche Kinder, Jugend, Schule und Sport zuständig sind. Bei einem Neubau sollen Nebenstellen wegfallen. Bei einem zu großzügigen Raumbedarf ergeben sich Mehrkosten im Vergleich zur Sanierung. Außerdem ergeben sich weitere Mehrkosten bei Errichtung eines optimierten Rathausneubaus in Höhe von ca. 2.360.000 € im Vergleich zur Errichtung eines einfachen Rathausneubaus."